Neurofeedback

Was versteht man unter Neurofeedback?

Neurofeedback ist ein computergestütztes Verhaltenstraining. Wie beim EEG werden Hirnströme gemessen und am Bildschirm aufgezeichnet. Ziel des Trainings ist es, negative Verhaltensmuster abzubauen, durch positive zu ersetzen und die Gehirnaktivität zu harmonisieren. Neurofeedback ermöglicht es, die Gehirnaktivität in bestimmten Bereichen des Gehirns entweder zu hemmen oder zu verstärken, je nachdem, wo es erwünscht ist. Am Kopf des Patienten werden dazu mehrere Elektroden befestigt, welche die Hirnströme aufnehmen. Auf dem Monitor des Computers können diese Messungen sichtbar gemacht werden. Der Patient sieht dabei auf einem zweiten Monitor ausgewählte Animationen, die ihm  p o s i t i v e Veränderungen seiner Hirnaktivität sofort sichtbar machen oder auch hörbar zurückmelden (=Feedback). Der Patient lernt durch diese Erfolgsmeldungen, die verbesserte Hirnaktivität immer schneller und anhaltender zu erreichen. Dem Gehirn werden dabei  k e i n e  Impulse zugeführt. Durch Neurofeedback wird damit die Organisation der Hirnaktivität optimiert. Neurofeedback verbessert die Fähigkeit des Menschen zur Selbstkontrolle durch die Rückmeldung seiner Hirnaktivitäten. Es steigert damit auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Nebenwirkungen oder Komplikationen der Methode sind bis heute nicht bekannt geworden.

Beispiel  ADS und ADHS :

Die Aktivität unseres Gehirns kann durch die Ableitung des EEG ( Elektroencephalogramm) dargestellt werden. Dabei werden verschiedene „Frequenzbänder“ unterschieden : Die Beta – Wellen ( über 13 Hz ) sind kleine und sehr schnelle Wellen und bei aktivem Konzentrations- und Wachzustand aktiv, die Alpha – Wellen ( 8-12 Hz ) sind langsame Wellen, die eher einem entspannten Wartezustand entsprechen, die Theta – Wellen ( 4-7 Hz ) zeigen den Zustand des Dösens und Träumens,  die Delta – Wellen ( 0,5-3,5 Hz ) treten im Schlaf auf. Dazu kommen die „langsamen Potenziale“ ( kleiner als 1 Hz ) und die sogenannten SMR – Wellen ( 10-14 Hz ).

Aus verschiedenen Studien zu ADS/ADHS ergibt sich nun, dass bei solchen Patienten in bestimmten Teilen des Gehirns  eine zu geringe Aktivierung vorliegt, was sich dann durch einen erhöhten Anteil von langsamen Frequenzen wie beispielsweise Theta und einen zu geringen Anteil von schnellen Frequenzen wie beispielsweise Beta darstellen lässt.  In der Neurofeedbacktherapie wird demzufolge versucht, die Frequenzbänder, die zu gering ausgeprägt sind, „hochzutrainieren“, und gleichzeitig die zu stark vertretenen Frequenzbänder „herunterzutrainieren“, wodurch eine Selbstkontrolle der Gehirnaktivität und damit eine verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit und Konzentration erreicht werden kann.

Wann wird Neurofeedback eingesetzt?

– Konzentrations – und Lernstörungen
– ADS/ADHS

Bei vielen Krankheitszuständen kommen sowohl Bio – als auch Neurofeedback gleichzeitig zur Anwendung.

Wie läuft die Behandlung ab?

Um den Lerneffekt mittels Biofeedback/Neurofeedback zu gewährleisten, müssen mehrere Behandlungstermine in nicht allzu großen Abständen durchgeführt werden; wie viele dies letztlich sind, kann nicht vorhergesagt werden, da dies vom individuellen Erfolg abhängt. Es gibt Patienten, bei denen schon 3-4 Sitzungen ausreichen, es können aber auch deutlich mehr werden. Speziell bei ADS/ADHS muss von 10 –  20 Sitzungen ausgegangen werden. Ziel der Behandlung ist es, ohne das Biofeedbackgerät eine willentliche Beeinflussung seiner eigenen Körperfunktionen herbeiführen zu können.

Wie wird die Biofeedback/Neurofeedback-Behandlung abgerechnet?

Die Biofeedback/Neurofeedback-Behandlung ist in der derzeit gültigen Gebührenordnung für Ärzte (=GOÄ) nicht als Behandlungsziffer enthalten und kann daher ( gemäß Empfehlung der Bundesärztekammer ) nur als sog. Analogziffer berechnet werden. Ob dies von Ihrer Krankenkasse/Beihilfe etc. an Sie rückerstattet wird, ist nicht sicher. Daher empfiehlt es sich, sich vorher bei Ihrer Krankenversicherung danach zu erkundigen.
Über die genauen Kosten werden Sie von uns aufgeklärt.